Medium Computer. Geschichte(n), Visionen, Phantasmen
| What | Workshop |
|---|---|
| Where | Lüneburg, DE |
| When | Jul 12, 2007 - Jul 14, 2007 |
| Deadline | Mar 31, 2007 |
| URL | visit us |
| Contact Email | hyperkult |
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HyperKult 16
Fachgruppe "Computer als Medium" im
Fachbereich "Informatik und Gesellschaft" der
Gesellschaft für Informatik e.V.
Noch bevor der Computer als "Medium" verstanden wurde, hatte die Kybernetik
ihn mit Zukunftsphantasien und Hoffnungen überladen. Nur staatliche
Denkmaschinen sollten noch in der Lage sein, eine viel zu komplex gewordene
Welt friedlich und gerecht zu regieren.
Die Automatisierung produzierte Ersatzphantasmen und Wohlstandsverprechen
für eine Gesellschaft, der die Arbeit ausgehen sollte. Cyborgs und
künstliche Intelligenzen drohten, den Menschen zu überholen und in
'prometheischer Scham' zurückzulassen.
Als Medium entdeckt, versprach der kommende PC nicht weniger als die
Veränderung der Welt. "The human mind is born free, yet everywhere it is in
chains", sprach Ted Nelson 1974 Rousseau nach. Das utopische Einsatzgebiet
des Computers als Medium von Freiheit, Gleichheit und Wissen war eröffnet.
Eine andere visionäre Vorstellung sorgte in der Unterhaltungsindustrie Ende
der 80er Jahre für eine neue Goldgräberstimmung: ein digitales
Multimedia-Center sollte als universelles Unterhaltungsmedium in unsere
Wohnzimmer einziehen und die herkömmlichen Einzelmedien und ihre Settings
verdrängen.
Doch die Entwicklung verlief weder wie von Nelson noch wie von der
Medienindustrie geplant und gewollt. Das WWW schluckte Nelsons XANADU, und
als erfolgreichster Unterhaltungscomputer schrieb zunächst einmal ein
kleines Spielzeug von Nintendo Geschichte.
Gerade die Überraschung, die begrenzte kulturelle und ökonomische
Planbarkeit, scheint ein Leitmotiv der rasanten Entwicklung des Computers
als Medium zu sein. Computer erzählen eine Erfolgsgeschichte von ungeahntem
Ausmaß und dienen zugleich als Durchlauferhitzer für Zukünfte, die meist
anders kommen als gedacht.
Daher fragen wir:
Was war der 'Computer als Medium' und wo stehen wir heute?
Was ist auf der Strecke geblieben, die KI, der Analogrechner, die Bionik?
Was ist anders gekommen als gedacht, die Computer-Literacy, der Tod des
Buches und anderer alt gewordener Medien, ein neues Urheberrecht?
Was wurde laut angekündigt und leise begraben?
Welche Phantasmen und Visionen halten sich hartnäckig?
Was ist passiert, was sich niemand gedacht hatte: Human Computing, Social
Software, Second Life, mySpace und YouTube?
Termine
Senden Sie bitte ein- bis zweiseitige Zusammenfassungen Ihres Beitrags zum
Workshop HyperKult 16 (wissenschaftliche Vorträge, Demonstrationen
technischer oder künstlerischer Art)
bis zum 31. März 2007
an
Universität Lüneburg
Rechenzentrum
HyperKult
21332 Lüneburg
oder email
Organisation
Rolf Großmann
Martin Schreiber
Martin Warnke
Programm
Lena Bonsiepen (Biesenthal)
Wolfgang Coy (Humboldt-Universität zu Berlin)
Rolf Großmann (Universität Lüneburg)
Jochen Koubek (Humboldt-Universität zu Berlin)
Andreas Möller (Universität Lüneburg)
Claus Pias (Universität Wien)
Martin Schreiber (Universität Lüneburg)
Georg Christoph Tholen (Universität Basel)
Georg Trogemann (KHM Köln)
Martin Warnke (Universität Lüneburg)
Fachgruppe "Computer als Medium"
Im Rahmen der HyperKult 16 wird auf einer Mitgliederversammlung am 14.7.2007
über die Arbeit der Fachgruppe und thematische Schwerpunktsetzungen der
HyperKult beraten.


