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AISTHESIS UND MEDIUM - (IN-)DIFFERENZEN DER BEOBACHTUNG VON KUNSTKOMMUNIKATION

What Convention
When Nov 16, 2007 12:00 AM to
Nov 17, 2007 12:00 AM
Where Köln, DE
Contact Name Dr. des. Christian Filk
Contact Email christian.filk
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by Martin Bachwerk last modified Nov 02, 2006 09:30 PM

Interdisziplinäre Konferenz vom 16. bis zum 17. November 2007 an der Universität zu Köln

FRAGE NACH DER KUNSTERFAHRUNG
‚Kunsterfahrung‘ hat ihren prominenten Ort in einem Beobachter. Kunst ‚existiert‘ nicht außerhalb eines Beobachters. Sie ist imaginierte Realität eines Beobachters durch Rezeption eines Kunstwerkes. Das Kunstwerk bietet dem Beobachter Anlässe, eine andere, eine imaginierte Realität zu konstruieren. Jene imaginierte Realität unterscheidet sich grundlegend von der unterstellten, gesellschaftlich konsentierten Realität. Dieser essentielle Zusammenhang gilt für jedwede Erfahrung von Kunst, sei sie nun visuell, dramatisch, narrativ, taktil oder musikalisch. Somit gelangt ein breites Spektrum künstlerischer Formationen und Konfigurationen in den Fokus unserer Betrachtung: angefangen von Architektur, Bildhauerei und Malerei, Design, Zeichnung und Grafik über Musik und Tanz, Schauspiel und Poesie bis hin zu analogen und digitalen Medienkommunikaten.
Der beobachterabhängige Standpunkt der Kunsterfahrung fällt in der Regel mit unseren eigenen empirischen Befunden zusammen. Auf den ersten Blick erscheint uns diese Übereinstimmung daher weder sonderlich frappierend noch sonderlich provozierend. Eine gewisse Irritation stellt sich erst dann ein, wenn man sich mit Siegfried J. Schmidt vergewärtigt, dass sich die Funktion von Kunst der Verpflichtung auf gesellschaftlich vorausgesetzte Wirklichkeitsmodelle entledigt. Dadurch (er)schafft Kunst sich nahezu unbegrenzte Freiheitsgrade für subjektive Handlungen, Erlebnisse und Erfahrungen. Diese Möglichkeitshorizonte beschränken sich auf das Kunstsystem, das nach Niklas Luhmann – wie jedes andere funktionale Subsystem der Gesellschaft auch – durch eine spezifische Operation charakterisiert ist. Aufgrund jener systemeigenen Operationen kann das Kunstsystem Strukturen etablieren, die als Programme fungieren und die Unterscheidung von systemeigenen/-fremden Modalitäten regulieren. Die Differenz zwischen gesellschaftlich akzeptierter und imaginierter Realitätskonstruktion wird durch Schmidts Unterscheidung der Mono- und Polyvalenzkonvention plausibel. In der gesellschaftlichen Kommunikation wird eine Monovalenzkonvention unterstellt. Es wird erwartet, dass eindeutige Rezeptionsresultate (Tatsachen) zugeordnet werden. In der ästhetischen Kommunikation (ästhetische Normen) hingegen wird eine Polyvalenzkonvention vorausgesetzt. Hier wird angenommen, dass voneinander abweichende Rezeptionsresultate zugeschrieben werden.

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