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Einige Etappen der Übersetzung. Zwischen dem Eigenen und dem Fremden

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When Mar 05, 2007
from 02:00 pm to 06:00 pm
Where Köln, DE
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by Martin Bachwerk last modified Feb 22, 2007 06:19 PM

Donatella di Cesare studierte Philosophie an der Universität La Sapienzia und promovierte in Tübingen bei Eugenio Coserio. Von 1996-1998 war sie Research Fellow der Alexander von Humboldt Stiftung in Heidelberg, wo sie letzte Schülerin Hans-Georg Gadamers war. Sie war zunächst associate professor an der Universität La Sapienza und ist dort seit 2001 Professorin für Sprachphilosophie sowie Professorin für jüdische Philosophie an der Hebrew University in Jerusalem am Collegio Rabbinico Italiano. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten philosophische Hermeneutik, Sprachphilosophie, jüdische sowie griechische Philosophie. In zahlreichen Veröffentlichungen und Vorträgen hat sie sich u.a. mit Wittgenstein, Heidegger, Derrida, Saussure, Humboldt, Kant, Platon und Aristoteles befasst. 1998 hat sie Wilhelm von Humboldts Werk Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaus und ihren Einfluß auf die Entwicklung des Menschengeschlechts herausgegeben und eingeleitet.

Die Geschichte der Übersetzung hat das Eigene und das Fremde als Hauptdarsteller. Die Erfahrung der Übersetzung ist die Erfahrung der Fremdheit des Anderen, das die Grenze des Eigenen kennzeichnet. Diese Spur des Fremden, die in der eigenen Sprache bleibt, war im Laufe der Jahrhunderte wiederholt dem Versuch ausgesetzt, sie auszulöschen, d.h. das Fremde zu verbannen. Die erste Etappe könnte man die Entfremdung des Fremden nennen. Das Ziel ist hierbei, die eigene Sprache, die Eigenheit der Sprache zu bewahren. Doch die eigene Sprache erscheint früher oder später als eine unter vielen. Der Entfremdung des Fremden folgt also die Aneignung des Fremden, das über Jahrhunderte einverleibt und in den Leib der eigenen Sprache assimiliert wird. Es ist dies eine andere Art, die Eigenheit der eigenen Muttersprache zu bewahren. Eine Ausnahme bilden die Frühromantiker und Humboldt, die die Übersetzung als eine Brücke zwischen verschiedenen Sprachen sehen.
Die neue Etappe, die schon Heidegger kennzeichnet, ist die der Aneignung des Eigenen. Ein anderes Wort für Übersetzen ist Heimischwerden. Man wird heimisch und kehrt nach Hause zurück, indem man durch das Fremde geht. Im Durchgang gibt es keine Verunreinigung. Mit Franz Rosenzweig und Walter Benjamin wird die Übersetzung zur Entfremdung des Eigenen. Das Übersetzen stellt sich als eine Bewegung zum Fremden ohne Rückkehr dar. Die Entfremdung des Eigenen kann jedoch auch nicht das letzte Ziel des Übersetzers sein. Seine „Aufgabe“ scheint ein noch höheres Endziel zu haben und nicht beim Eigenen stehen bleiben zu können. Andererseits bedeutet Entfremdung des Eigenen nicht Verneinung des Eigenen. Es bedeutet vielmehr, die eigene Sprache durch die Begegnung mit der fremden Sprache zu ändern. Denn die Begegnung in der Übersetzung ist wie ein Dialog zwischen verschiedenen Sprachen. Die Übersetzung ist dieser Dialog der Sprachen.

Konferenzraum des Kollegs, Pohligstr. 1, 50969 Köln

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