Europäische Sprachen – Kommunikation mit der Welt
| What | Social Event Work |
|---|---|
| When |
Jul 02, 2007 from 04:00 pm to 08:00 pm |
| Where | Düsseldorf, DE |
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Im Fokus der Veranstaltung steht die Frage nach der Zukunft der Vielsprachigkeit in Europa vor dem Hintergrund einer für die internationale Bedeutung der europäischen Wirtschaft, Technologie und Wissenschaft notwendigen Dominanz des Englischen. Schriftsteller und Kulturwissenschaftler aus drei Kontinenten (Amerika, Afrika und Europa) präsentieren unterschiedliche Strategien der Überlieferung sprachlicher Vielfalt angesichts einer national oder international dominanten Sprache.
Die Vielfalt der Sprachen und Kulturen ist ein wichtiges Identitätszeichen Europas. Diesen Reichtum im Dialog mit der Welt zu erhalten und zu entwickeln, stellt für die europäischen Kulturen in den nächsten Jahren eine der zentralen Herausforderungen dar. Einem Kulturverständnis, das die Produktivität der Vielfalt betont, stehen dabei weltweit gegenteilige Tendenzen im Wege: die Homogenisierung von Sprachen und Kulturen durch die wirtschaftliche Globalisierung sowie durch die Notwendigkeit des Englischen als „lingua franca“ der technologischen und wissenschaftlichen Kommunikation. Eine konstruktive Antwort auf diesen Konflikt muss polarisierende Diskurse verlassen, die das Globale gegen das Lokale/Nationale oder das Zentrum gegen die Peripherie ausspielen. Kulturwissenschaftliche Wege zeigen die Problematik solch polarisierender Tendenzen, die in nationaler Selbstbezogenheit das apokalyptische Ende der Vielfalt angesichts der Globalisierung prophezeien, die Auflösung der Identität durch die rasante Zunahme von Migrationsprozessen befürchten oder politische Integration als Anpassung an die dominante nationale Kultur und Sprache verstehen. Welche Mediationen bestehen zwischen globalisierenden Entwicklungen der weltweiten Wirtschaft und Wissenschaft und lokaler Kreativität und Vielsprachigkeit?
Eine der historisch wirksamsten kulturellen Techniken ist die der Übersetzung. Kulturelle Transpositionen wie auch das Übersetzen zwischen den Sprachen haben trotz politischer und gesellschaftlicher Formen hegemonialer Dominanz den kulturellen Reichtum von Traditionen und Identitäten hervorgebracht und überliefert. Wissenschaftler und vielfach preisgekrönte Schriftsteller, die Modelle von kulturellen Mediationen und Strategien der Übersetzung entwickelt und reflektiert haben, stellen ihre Ergebnisse vor und diskutieren ihre Konzepte vor dem Publikum im Heine Haus Düsseldorf:
Carmine Gino Chiellino, Uni Augsburg, Deutschsprachiger Lyriker und Professor für Komparatistik
Gabriele Schwab, University of California, Irvine (USA), Professorin für komparative Kulturanthropologie
Simon Ortiz, Native American Writer, einer der bedeutendsten Vertreter der „Native American Renaissance“, Professor für Native American Studies an der Arizona State University
Emine Sevgi Özdamar, Berlin, deutsch-türkische Schriftstellerin und vielfache Preisträgerin
Ngugi wa Thiong’o, University of California, Irvine (USA), Direktor des International Center for Writing and Translation (ICWT), Autor verschiedener Romane, die in der kenianischen Sprache Gikuyu verfasst und ins Englische übersetzt wurden; Autor der kulturwissenschaftlichen Studie Decolonizing the Mind (2003)
Veranstalter: Professor Dr. Vittoria Borsò, Romanistik I, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in Kooperation mit dem Europäischen Übersetzerkolleg Straelen (EÜK), dem International Center for Writing and Translation der University of California at Irvine (ICWT) und der Literaturhandlung Müller & Böhm Düsseldorf. Mit freundlicher Unterstützung des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer. Ermöglicht durch die Initiative "Pro Geisteswissenschaften"
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