Personal tools
You are here: Home Veranstaltungen Traumbild der Bedeutung? Wittgensteins Kritik

Traumbild der Bedeutung? Wittgensteins Kritik

What Work
When Feb 28, 2007
from 02:30 pm to 06:30 pm
Where Köln, DE
Add event to calendar vCal
iCal
GooCal
by Martin Bachwerk last modified Feb 22, 2007 06:18 PM

Donatella di Cesare studierte Philosophie an der Universität La Sapienzia und promovierte in Tübingen bei Eugenio Coserio. Von 1996-1998 war sie Research Fellow der Alexander von Humboldt Stiftung in Heidelberg, wo sie letzte Schülerin Hans-Georg Gadamers war. Sie war zunächst associate professor an der Universität La Sapienza und ist dort seit 2001 Professorin für Sprachphilosophie sowie Professorin für jüdische Philosophie an der Hebrew University in Jerusalem am Collegio Rabbinico Italiano. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten philosophische Hermeneutik, Sprachphilosophie, jüdische sowie griechische Philosophie. In zahlreichen Veröffentlichungen und Vorträgen hat sie sich u.a. mit Wittgenstein, Heidegger, Derrida, Saussure, Humboldt, Kant, Platon und Aristoteles befasst. 1998 hat sie Wilhelm von Humboldts Werk Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaus und ihren Einfluß auf die Entwicklung des Menschengeschlechts herausgegeben und eingeleitet.

Ist es möglich von „Bedeutung“ zu reden, im Sinne der traditionellen Auffassung als „das Wesentliche am Wort“? Die Frage selbst: „Was ist die Bedeutung?“ ist für Wittgenstein – ausgehend von dem Big Typescript bis zu den Philosophischen Untersuchungen – schlecht gestellt, weil sie eine erklärende Antwort für etwas verlangt, das es nicht gibt, das nicht existiert. Das Streben nach der Bedeutung hat dazu getrieben, unter und hinter dem Äußeren, in dem inneren Bereich des Denkens ebenso wie des Verstehens, einen „okkulten“ Ort der Innerlichkeit anzunehmen. Um den Götzen der Bedeutung zu zerstören, gilt es zunächst, den götzendienerischen Ort zu dekonstruieren, aus dem er herkommt. Die Dekonstruktion zielt zunächst auf die Bedeutung als metaphysisch hypostasierte innere Entität, als ontologisierte Entität, die quasi den ontologischen Gegenstand ersetzen soll. Wittgenstein will keine neue Theorie der Bedeutung, etwa der Bedeutung als Gebrauch vorschlagen; er will zeigen, dass der Irrtum gerade darin besteht, eine Theorie bewahren zu wollen. Es ist vielmehr eine phänomenologische Beschreibung einer Grenzsituation notwendig, die mit dem Verstehen – oder besser dem Nicht-Verstehen – verbunden ist.

Konferenzraum des Kollegs, Pohligstr. 1, 50969 Köln

Document Actions
Currently online
Guests: 1
Members: 0
« May 2012 »
Mo Tu We Th Fr Sa Su
1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31