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Wissensgeschichte als Hypercomic

What Lecture
When Oct 24, 2006
from 02:00 pm to 04:00 pm
Where Siegen,
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by Martin Bachwerk last modified Sep 21, 2006 11:41 AM

Gastvortrag von JProf. Dr. Albert Kümmel zum Thema: Wissensgeschichte als Hypercomic. Überlegungen zu einem virtuellen Museum für Bildtelegraphie

Die Vortragsreihe 'Kreuzer-Lectures' ist dem ehrenden Andenken an eine der zentralen Gründerfiguren der Medienwissenschaften in Deutschland im Allgemeinen und an der Universität Siegen im Speziellen geschuldet. Helmut Kreuzer, Professor für Germanistik und Literaturwissenschaft, prägte als Gründungssenator der Universität Siegen entscheidend das Profil der in den 70er Jahren gegründeten Hochschule, insbesondere in Bezug auf den dort eingerichteten philologischen Fachbereich. Von Beginn an setzte sich Kreuzer in Siegen für eine Überwindung der disziplinären Grenzen der klassischen Literaturwissenschaften ein und schuf so die Grundlagen für die Entstehung der 'inter'disziplinäre Medienwissenschaften als Forschungs- und Lehrdisziplin in der Form, wie sie heute in Deutschland an vielen Universitäten verbreitet ist. Schon in den 60er Jahren warb Kreuzer dafür, zeitgleich zum entsprechenden Vorstoß von Umberto Eco in Italien, die Begrenzung der Literaturwissenschaften auf die 'schönen' und 'hohen'Künste aufzugeben. Kreuzer forderte vor allem auch eine Einbeziehung der elektronischen Massenmedien des 20. Jahrhunderts in das Spektrum der Literaturwissenschaften; die Forschung begegnete den Massenmedien aufgrund eines weit verbreiteten Trivialitätsverdachtes damals noch mit erheblichen Berührungsängsten. Erst die Überwindung dieser Vorbehalte ermöglichte die Ausdehnung der literaturwissenschaftlichen Forschung auf Film, Fernsehen und Radio. In seiner Zeit als Professor an der Universität Siegen setzte sich Kreuzer wissenschaftspolitisch mit großer Konsequenz für die Institutionalisierung der literaturwissenschaftlich geprägten Medienwissenschaften in Deutschland und Siegen ein. Er war es, der Siegen mit der Gründung des Sonderforschungsbereiches 'Bildschirmmedien' und dessen Fortführung im heutigen kulturwissenschaftlichen Forschungskolleg 'Medienumbrüche' zu einem bedeutenden Standort für Medienforschung in Deutschland machte.

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